Einheitliche Ausbildung aller Pflegeberufe! Ein abgestimmtes Weiterbildungssystem mit Hochschulzugang!

Stichwort:

Einheitliche Ausbildung aller Pflegeberufe! Ein abgestimmtes Weiterbildungssystem mit Hochschulzugang!

Worum geht es?

Um eine einheitliche Ausbildung aller Pflegeberufe und bessere Weiterbildungschancen: Die Berufe der Pflege sollen zu einem einheitlichen Ausbildungsberuf zusammengefasst werden. Weiterbildungsbausteine sollen in einem abgestimmten Bildungsplan festgelegt werden, der auch Übergänge zur Hochschulausbildung ermöglicht.

Warum?

Es ist wichtig, dass Menschen, die in der Pflege tätig sind, leichter innerhalb des Berufsfeldes (Altenpflege und Kranken- und Kinderkrankenpflege) wechseln und sich weiter entwickeln können.

Das Pflegepersonal in Krankenhäusern wäre durch eine generalisierte Ausbildung, die auch die Altenpflege beinhaltet, besser auf die Versorgung von älteren Menschen vorbereitet. Das Pflegepersonal in der häuslichen Krankenpflege sowie in Pflegeheimen wäre dementsprechend auch besser auf die Versorgung der Patienten vorbereitet, die sehr frühzeitig aus Krankenhäusern entlassen werden.

Im Detail fordern wir:

  • Wir fordern von der hessischen Landesregierung den konsequenten Einsatz auf Bundesebene für eine Zusammenfassung der Berufsausbildungen „Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ und „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ zu einem einheitlichen Ausbildungsberuf.
  • Auch für die Pflegehilfsberufe „Altenpflegehelfer/in“ und „Krankenpflegehelfer/in“ muss eine generalistische Ausbildung geregelt werden.
  • Wir fordern die hessische Landesregierung auf, einen gestuften und hochschulkompatiblen Bildungsplan zu erstellen, der Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb des Pflegeberufs aufzeigt.
  • Dieser ist mit dem in Entwicklung befindlichen „Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen“ abzugleichen.
  • Er soll Qualifizierungsmodule zur Erreichung eines Berufs- oder Studienabschlusses festlegen und beschreiben.
  • Die erworbenen pflegefachlichen Qualifikationen müssen auch auf andere Berufs- oder Studienabschlüsse bundesweit angerechnet und anerkannt werden.
  • Der Übergang zum Studium an Hochschulen ist zu erleichtern, auch auf Grundlage von beruflich erworbenen Kompetenzen.

Hintergründe

Die Diskussion um die Vereinheitlichung künftiger Pflegeausbildungen wird etwa seit dem Jahr 2000 auf der Bundesebene geführt.

Die geltenden Ausbildungsgesetze für die Gesundheits- und Krankenpflege und die Altenpflege enthalten Modellklauseln, die die Erprobung gemeinsamer Pflegeausbildungen ermöglicht haben. Auf Bundes- und Länderebene wurden mehrere Modelle erprobt. So hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von 2004 bis 2008 das Modellvorhaben „Pflegeausbildung in Bewegung“ mit acht Einzelprojekten durchgeführt und wissenschaftlich auswerten lassen.

Die durchgeführten Modellversuche verdeutlichen, dass eine Zusammenführung der Pflegeberufe angezeigt ist.

Die federführenden Bundesressorts - das BMFSFJ und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), haben bereits mit den Vorarbeiten zur Umsetzung des Auftrags aus dem Koalitionsvertrag begonnen und eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung der Pflegeberufe“ einberufen, die sich Ende März 2010 konstituiert hat um Eckpunkte für ein neues Berufsgesetz nach circa einem Jahr vorzulegen. Die Ergebnisse sind jedoch noch nicht in Sicht. Die hessische Landesregierung ist in dieser wichtigen Arbeitsgruppe nicht mehr vertreten.

Weiterführende Links: 

2010:
Kleine Anfrage_Bundestag_Ausgestaltung der Pflegeberufe und Weiterentwicklung der Pflegeausbildungen

2008:
Abschlussbericht des Modelvorhabens "Pflegeausbildung in Bewegung